Stand November 2025 hat IonQ kein einziges QEC-basiertes logisches Qubit demonstriert — und dies ist keine externe Bewertung, sondern eine Tatsache, die direkt im offiziellen Blog des Unternehmens festgehalten ist.
IonQs Begründung, warum keine logischen Qubit-Demonstrationen angestrebt werden, lässt sich in einem zentralen Zitat aus dem Blogbeitrag "Demystifying Logical Qubits and Fault Tolerance" zusammenfassen:
"As of October 2025, this fidelity target (99.99%) is higher than any logical qubit demonstration, without any of the limitations and complications associated with encoding logical qubits."
IonQs Position basiert auf einem konkreten technischen Argument: Die physische Qubit-Treue von 99,99 %, die im Oktober 2025 durch die Extreme Qubit Control (EQC)-Technologie von Oxford Ionics erreicht wurde, ist bereits fehlerärmer als jede derzeit existierende logische Qubit-Demonstration. Unter diesen Bedingungen würde die QEC-Kodierung unnötige Komplexität einführen, ohne einen Treuevorteil zu erzielen.
IonQs Definition eines „vollständigen“ logischen Qubits geht über eine bloße Zählung hinaus. Das Unternehmen zielt auf fünf gleichzeitig zu erfüllende Eigenschaften ab:
- Overhead: Angemessenes Verhältnis von physischen zu logischen Qubits
- Leerlauf-Fehlerrate: Geringe Dekohärenz im Ruhezustand
- Gate-Treue: Hochpräzise logische Gate-Operationen
- Geschwindigkeit: Schnelle Gate-Ausführungszeiten
- Universalität: Unterstützung eines vollständigen universellen Gate-Sets
IonQs Roadmap zielt darauf ab, bis 2027 rund ~800 vollwertige logische Qubits zu erreichen, zu welchem Zeitpunkt alle fünf Kriterien gleichzeitig erfüllt sein sollen. Bis dahin besteht die Strategie des Unternehmens darin, den Nutzen seiner physischen Qubits mit 99,99 % Treue zu maximieren, anstatt für einen verfrühten logischen Qubit-Zähler die Leistung zu opfern.